• H. Schwarzkopf

Alles Deins? Übernommene Gefühle- Transgenerative Traumata

In vielen Systemen gibt es Gefühle oder auch Erlebnisse, die von unseren Vorfahren, meist den Eltern oder auch Großeltern nicht verarbeitet oder in die Verantwortung genommen wurden. Diese werden von den Nachfahren innerlich aufgenommen- gefühlt und erlebt. Du erlebst also Gefühle und Ereignisse, die nicht deine eigenen sind. Solche „fremden Gefühle“ können wir nicht verarbeiten. Sie kehren immer wieder und bestimmen oft unser Leben. Das ist so, weil wir nur PERSÖNLICHE Gefühle verarbeiten können, nicht aber die FREMDEN. Was ist nun der Unterschied ? Die fremden- in uns aufgenommenen Gefühle -sind oft groß, schwer „greifbar“, sie schwimmen wie um uns herum oder belasten und beschweren uns innerlich stark. Mitunter machen sie uns auch unerklärliche Angst oder Depressionen, fühlen sich nach einem schwarzen Loch an oder nach etwas, was uns unsere Energie „zieht“. Und sie kehren immer wieder. Wir haben oft auch keine Erklärung oder einen wirklichen Bezug zu diesen Gefühlen. Zum Beispiel sind wir wiederkehrend sehr traurig, vielleicht weinen wir auch viel und trotzdem stellt sich keine Erleichterung ein. Die Traurigkeit kehrt immer wieder- selbst wenn in unserem Leben kein Anlass dafür da zu sein scheint. Dieses ungreifbare, wiederkehrende, besonders starke Gefühl ist eben oft nicht das eigene. Unsere persönlichen Gefühle dagegen sind klarer, sie haben einen Beginn und ein Ende und lassen sich oft mit einem Ereignis oder einer Situation in unserem Leben in Verbindung bringen. Uns geht es wieder gut, wenn wir sie gefühlt haben. Viele Menschen mit Fremdgefühlen und Übernommenen suchen im Alltag einen Umgang damit und entwickeln dazu ganz eigene Strategien . Es zeigt sich beispielsweise im permanenten Beschäftigtsein, Kontaktvermeidung, Angst, Rückzug oder andere Arten der Vermeidung.

Da wir das Übernommene oft schon sehr lange, meist seit unserer Kindheit tragen, ist es uns oft nicht bewusst oder fühlt sich irgendwie "normal" an, denn wir kennen es ja nicht anders. Zum Festhalten an diesem Gefühl gehört auch ,das wir dieses Gefühle einmal in Liebe übernommen haben. Wir wollten jemandem eine Last abnehmen, helfen, retten, wieder Ordnung schaffen oder in der Hoffnung, dass dann jemand ( zum Beispiel die Eltern) besser für UNS da sind, wenn wir etwas ihnen „abnehmen“. Oder um einfach auch Nähe und Verbundenheit herzustellen, die es sonst nicht oder zu wenig gab. Das passiert oft sehr unbewusst und energetisch, wir wissen oft nicht einmal genau was es ist und trotzdem geschieht es. Wichtig ist: Übernommen Gefühle- Transgenerative Traumata können wir nicht selbst (nicht in uns!) lösen. Sie müssen an den richtigen Platz entlassen werden, dort wo sie hingehören. Wenn wir den übernommen Gefühlen keinen Platz mehr in uns geben und (!) ihren eigentlichen Platz finden und dorthin zurückgeben und die Vorfahren sie in ihre Verantwortung nehmen, können wir aufhören auszugleichen und uns endlich frei und aus uns selbst heraus entwickeln und leben.